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Energieeffizienzklassen und Energiekennwerte


Die Energieeffizienzklassen und Energiekennwerte werden im Energieausweis deines Hauses festgelegt, aber auch zur Einordnung elektronischer Haushaltsgeräte wie Fernseher, Kühlschrank oder Trockner genutzt. Wir erklären die Einordnung unterschiedlicher Haustypen und welche Regelungen seit März 2021 für deine Haushaltsgeräte gelten.

Energiekennwerte aus dem Energieausweis verstehen

Die Energiekennwerte Primärenergieverbrauch oder -bedarf, Endenergieverbrauch oder -bedarf, Transmissionswärmeverlust und die Treibhausgasemission des entsprechenden Gebäudes findest du auf Seite 5 des Energieausweises. Hier die Kennwerte kurz erklärt:

Primärenergie: Grundsätzlich wird unter Primärenergie die Energie verstanden, die aus natürlichen Rohstoffen besteht und in ihrer natürlichen Form in der Natur vorkommt. Darunter fällt z. B. Holz, strömendes Wasser, Sonnenstrahlung, Braunkohle, Erdöl und Wind. Die Primärenergie beschreibt nicht nur, welche Energie wir im Haus benötigen, sondern fasst den gesamten Energieaufwand zusammen. Der Primärenergiebedarf berechnet sich beim Bedarfsausweis aus der Multiplikation des Endenergiebedarfs mit den Primärenergiefaktoren. Strom hat einen Faktor von 1,8, Öl von 1,1, Holz von 0,2 und Sonnenenergie von 0.

Auch wenn du einen Energieträger mit einem sehr geringen Verbrauchswert nutzt, wie z. B. Holzpellets, können die Kosten hoch ausfallen. Das kann z. B. an einer schlechten Dämmung liegen. Der Primärwert berücksichtigt beim Verbrauchsausweis außerdem den verwendeten Energieträger und deren Kohlenstoffmonoxidemissionen.

Endenergie: Damit die Primärenergie leichter zu uns nach Hause transportiert werden kann, wird sie zunächst in Sekundärenergie umgewandelt. So wird bspw. Erdöl in Benzin umgewandelt. Durch die Umwandlung von Erdöl in Benzin und den Transport ergeben sich Verluste. Weiterhin gibt es die Endenergie. Das ist die Energie, die beim Verbraucher oder der Verbraucherin an der Gebäudegrenze ankommt, also z. B. der Strom aus der Steckdose. Schlussendlich ist die Nutzenergie die Energie, die wir tagtäglich nutzen, wie z. B. das Licht, welches unser Haus beleuchtet.

Die Energie, die wir zum Kochen oder zum Beleuchten unserer Häuser benötigen, hat also einen weiten Weg hinter sich. Von der Primärenergie bis hin zur Nutzenergie gibt es erhebliche Energieverluste. Umso wichtiger ist es, unsere Häuser energetisch zu optimieren und so den CO2- Ausstoß zu verringern.  

Transmissionswärmeverlust: Transmission bedeutet so etwas wie Durchlässigkeit. Der Transmissionswärmeverlust bezeichnet also den Wärmeenergieverlust, der über die Gebäudehülle nach außen verloren geht. Umso wichtiger ist es also, einen geringen Wärmeverlust durch eine gute Wärmedämmung oder moderne Wärmeschutzfenster zu erreichen.

Je kleiner der Wert des Transmissionswärmeverlustes, desto energieeffizienter ist die Immobilie. Dabei ist der U-Wert, also der Wärmedurchgangskoeffizient von Bedeutung. Denn dieser gibt an, wieviel Wärme in Watt pro Kelvin und Quadratmeter über ein Gebäudeteil nach draußen abgegeben wird (Watt / m2 x Kelvin). Dabei wird in der EnEV das Anforderungsniveau an die Gebäudehülle bzgl. der U-Werte festgelegt. Mit der GEG werden diese U-Werte übernommen. Dabei unterscheiden sich die Werte für Altbauten und Neubauten. Vergleiche am besten hierzu die Anlage 7 (zu § 48) im GEG. Dort sind Tabellen aufgelistet, die die U-Werte zeigen.

Treibhausgasemission: Während in den älteren Energieausweisen die Co2-Emission angegeben wurde, steht nun äquivalent dazu die Treibhausgasemissionen im Energieausweis. Der Wert im Energieausweis bezieht sich auf die Quadratmeter Nutzfläche. Es werden die Treibhausgase festgestellt, die jährlich durch die Beheizung, Kühlung, Warmwasserbereitung und Lüftung des Gebäudes ausgestoßen werden.

Energieeffizienzklassen: Einordnung unterschiedlicher Haustypen

Um den energetischen Zustand der Immobilie besser mit dem einer anderen Immobilie vergleichen zu können, wird der Endenergiebedarf bzw. der Endenergieverbrauch in Energieeffizienzklassen unterteilt. Dabei wird die Energieeffizienzklasse in Gruppierungen, von A+ bis H eingeteilt. Insgesamt gibt es also 9 Energieeffizienzklassen. Je eher sich der Wert der Immobilie der Energieeffizienzklasse A+ nähert, desto besser ist der energetische Zustand des Gebäudes. Die nachstehende Tabelle zeigt ungefähre Energiekosten pro Quadratmeter Wohnfläche. Dabei können sich diese Werte je nach Lage der Immobilie und dem individuellen Verbrauch des Gebäudes differenzieren.

Die Energieeffizienzklassen können außerdem unterschiedlichen Gebäudetypen zugewiesen werden. Hier siehst du eine Auflistung und die dazugehörigen Erklärungen der Gebäudetypen:

Energieeffizienzklasse A: KFW-40 Haus oder Passivhaus

Der Begriff des Passivhauses ist ein Baukonzept, dessen jährlicher Heizwärmebedarf maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche betragen darf. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Gebäude verbraucht das Passivhaus 90 % weniger Heizwärme. Das liegt vor allem daran, dass der benötigte Wärmebedarf durch den Menschen, die Sonne oder Haushaltsgeräte gedeckt werden. Auch eine optimale Gebäudehülle und Dämmung stehen im Vordergrund.

Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) definiert außerdem eigene Effizienzhaus-Klassen, wie das KfW-40 Haus, da sie den Bau energieeffizienter Immobilien fördern. Das KfW-40 Haus verbraucht etwa 60 % weniger Energie, als von der EnEv vorgeschrieben.

Energieeffizienzklasse B: KfW-55 Haus

Auch das KfW-55 Haus wird von der KfW gefördert. Hier liegt die maximale Kredit- oder Zuschusshöhe pro Wohnung bei € 120.000,- mit 15 % Tilgungszuschuss bei maximal € 18.000,-. Schau doch einfach bei der KfW für Förderprogramme nach. Es lohnt sich sicherlich auch für dich!

Energieeffizienzklasse C: klassisches Niedrigenergiehaus

Der begriff des Niedrigenergiehauses ist ebenfalls nicht definiert. Der maximale Heizwärmebedarf liegt beim Niedrigenergiehaus bei 70 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Jedoch muss dieser Wert ohnehin bei Neubauten nach der EnEv 2009 erfüllt werden. Weitere Immobilientypen teilen sich wie folgt ein:

  • Energieeffizienzklasse D: Neubauten, die die EnEV einhalten
  • Energieeffizienzklasse E: Einfamilienhäuser
  • Energieeffizienzklasse F: modernisierte Altbauten
  • Energieeffizienzklasse G: Altbauten mit teilweise erfolgter Modernisierung und Isolierung
  • Energieeffizienzklassen H: unsanierte Altbauten

Energieeffizienzklassen für Haushaltsgeräte: Neuregelungen ab März 2021

In Deutschland müssen nur die folgenden Haushaltsgeräte durch ein Energielabel gekennzeichnet werden:

  • Kühl- und Gefriergeräte
  • Staubsauger
  • Wohnraumlüftungsgeräte
  • Geschirrspüler
  • Fernseher
  • Raumheizgeräte
  • Haushaltsbacköfen
  • Warmwasserbereiter und Warmwasserspeicher
  • Raumklimageräte
  • Dunstabzugshauben
  • Lampen und Leuchten
  • Waschmaschinen und Wäschetrockner

Hast du dich auch schon mal gefragt, warum so viele Elektrogeräte die Energielabel A+, A++ oder A+++ tragen? Tatsächlich sorgen diese Labels bei den Konsument:innen für viel Verwirrung, weshalb das Kennzeichensystem im März 2021 umgestellt wurde. Bereits 1995 waren Elektrogerätehersteller verpflichtet, die Geräte mit Energielabels zu versehen. Im Laufe der Jahre wurden die Elektrogeräte immer energieeffizienter. Ein Grund dafür, die Labels A+, A++ und A+++ einzuführen. Mit Einführung der Mindeststandards müssen z. B. Geschirrspüler mindestens der Klasse A+ entsprechen. Klasse A+ als Mindestanforderung? Das sagt wenig aus und führt zu noch mehr Unverständnis bei den Käufer:innen. Zeit für eine Umstrukturierung. Das hat sich mit den Änderungen der Energielabels im März 2021 geändert:

  1. Die Energielabels A+, A++ und A+++ existieren nicht mehr. Anstelle dessen wird die ursprüngliche Skala eingeführt, also von A bis G. Label A zeichnet die sparsamsten Geräte aus.
  2. Alle Bewertungskriterien wurden überarbeitet. Dein Kühlschrank mit dem Label A+++ könnte sogar in die C- oder D-Kategorie abrutschen. Das soll die Aussagekraft der Effizienzklassen erhöhen und eine bessere Einordnung ermöglichen.
  3. Neue Bezugsgrößen schaffen eine bessere Vergleichbarkeit. Bisher wurden beispielsweise bei Geschirrspülern jährliche Bezugsgrößen von 280 Spülgängen herangezogen, oder bei Waschmaschinen 220 Spülgänge. Nun soll eine einheitliche Bezugsgröße die Berechnung des eigenen Strombedarfs zugrunde gelegt werden. Dabei wird nun der Jahresverbrauch immer auf 100 Durchgänge begrenzt.

Jede Kilowattstunde die du einsparst macht sich in deinem Geldbeutel bemerkbar und schont die Umwelt. Es lohnt sich demnach, Elektrogeräte nach ihren Verbrauchswerten zu vergleichen.

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